Küche im Neubau planen: der richtige Zeitpunkt
Die häufigste Frage beim Hausbau lautet, wann die Küche dran ist. Die kurze Antwort: früher, als die meisten denken – nämlich bevor der Elektro- und Installationsplan steht.
Diese Seite verkauft Ihnen nichts. Sie erklärt, in welcher Reihenfolge beim Hausbau entschieden werden muss, damit die Küche später nicht zum teuersten Kompromiss des ganzen Projekts wird.
Wann Küche planen beim Hausbau? Vor dem Installationsplan
Im Bauablauf steht die Küche ganz hinten – montiert wird sie, wenn der Rohbau längst fertig ist. Entschieden werden muss sie trotzdem sehr früh. Der Grund liegt nicht bei uns, sondern beim Elektriker und beim Installateur: Sie brauchen die Positionen von Steckdosen, Anschlüssen, Abflüssen und Abluft, bevor sie Leitungen verlegen. Diese Positionen ergeben sich aus der Küchenplanung – nicht umgekehrt.
Wer die Küche erst plant, wenn der Estrich liegt, hat zwei Möglichkeiten: die Küche an die vorhandene Elektrik anpassen oder nachträglich stemmen. Beides kostet Geld, das vorher niemand hätte ausgeben müssen, und beides schränkt genau die Freiheit ein, für die Sie ein eigenes Haus bauen. Deshalb der eine Satz, den wir Bauherren am liebsten mitgeben: Sprechen Sie mit uns, bevor die Anschlüsse gesetzt sind.
Küchenanschlüsse planen: Elektro, Wasser und Abluft
Aus einer groben Küchenplanung ergeben sich alle Punkte, die der Installationsplan braucht:
- Starkstrom für Herd beziehungsweise Kochfeld
- Steckdosen für Backofen, Geschirrspüler und Kühlgerät
- Steckdosen auf Arbeitshöhe für Kleingeräte – dort, wo sie tatsächlich stehen
- Wasserzulauf und Abfluss für Spüle und Geschirrspüler
- Entscheidung Abluft oder Umluft; bei Abluft muss die Leitung durch Wand oder Decke
- Zuleitung und Schalterposition für die Beleuchtung über Arbeitsfläche und Insel
- Bei einer Kücheninsel: Strom und gegebenenfalls Wasser im Boden – also vor dem Estrich
Die Reihenfolge ist damit vorgegeben: zuerst Grundriss und grobe Küchenplanung, dann Elektro- und Installationsplan, dann alles Weitere. Wer diese drei Schritte vertauscht, zahlt den Unterschied später.
Und die Geräte?
Die Geräte sind der Punkt, an dem sich Bauherren am häufigsten Zeit lassen – und genau sie bestimmen die Anschlüsse. Backofen, Kochfeld, Geschirrspüler, Kühl- und Gefriergerät und die Dunstabzugshaube haben Maße, Anschlusswerte und Vorgaben zum Einbau. Solange die Geräte offen sind, ist der Elektroplan eine Schätzung. Sie müssen die Geräte nicht kaufen, aber Sie sollten wissen, welche es werden.
Tischlerarbeiten im Bauablauf
Drei Zeitpunkte, an denen der Innenausbau im Bauzeitenplan auftauchen muss.
Vor dem Elektroplan
Grober Küchengrundriss: wo die Zeile steht, wo die Insel, wo die Geräte. Aus dieser Skizze entstehen alle Anschlusspositionen.
Nach Estrich und Verputz
Das verbindliche Aufmaß. Erst jetzt stehen die Maße, mit denen tatsächlich gebaut wird – vorher misst man den Plan, nicht den Raum.
Vor dem Einzug
Montage. Der Termin gehört früh in den Bauzeitenplan, weil auch die Werkstatt Vorlauf braucht und weil andere Gewerke davor fertig sein müssen.
Bauherren-Checkliste für den Innenausbau
- Der Küchengrundriss steht, bevor der Elektroplan finalisiert wird
- Die Geräte sind ausgewählt – Maße und Anschlusswerte hängen daran
- Abluft oder Umluft ist entschieden, die Leitungsführung geklärt
- Bei einer Insel: Leitungen liegen im Boden, bevor der Estrich kommt
- Die Beleuchtung über Arbeitsfläche und Esstisch ist mitgeplant, nicht nachgerüstet
- Auch die übrigen fixen Möbel sind mitgedacht: Garderobe, Einbauschränke, Stiege
- Der Montagetermin ist im Bauzeitenplan eingetragen und mit Boden und Malerarbeiten abgestimmt
Wenn Sie ohnehin mehr als nur die Küche vergeben wollen, lohnt der Blick auf Innenausbau vom Tischler – Küche, Schränke, Garderobe und Stiege aus einer Hand ersparen Ihnen einen Großteil der Abstimmung.
Häufige Fragen von Bauherren
Wann muss ich den Tischler beim Hausbau einbinden?
So früh, dass die Küchenplanung noch in den Elektro- und Installationsplan einfließen kann. Praktisch heißt das: sobald der Grundriss steht und bevor Elektriker und Installateur ihre Pläne festzurren. Ein frühes Gespräch dauert nicht lange – es verhindert aber genau die Fehler, die sich später nur noch mit der Stemmmaschine korrigieren lassen.
Welche Anschlüsse müssen vor der Küchenplanung feststehen?
Genau genommen ist es umgekehrt: Die Küchenplanung bestimmt die Anschlüsse. Feststehen müssen vorher die Geräte, denn deren Maße und Anschlusswerte entscheiden über die Positionen. Aus der Planung ergeben sich dann Starkstrom fürs Kochfeld, Steckdosen für Backofen, Geschirrspüler und Kühlgerät, Wasserzulauf und Abfluss, die Abluftführung samt Schalter, die Beleuchtung über Arbeitsfläche und Insel – und bei einer Insel die Leitungen im Boden, die vor dem Estrich liegen müssen.
Diese Seite erklärt den Ablauf. Wie wir Küchen bauen, mit welchen Materialien und was eine Tischlerküche ausmacht, steht auf der Seite Tischlerküche nach Maß.
Planungsgespräch vereinbaren
Am besten, bevor der Installationsplan steht. Bringen Sie den Grundriss mit – der Rest ergibt sich im Gespräch.
Telefonisch: +43 660 5393717 · Termine nach Vereinbarung.